In diesem Gastbeitrag berichtet der Student Dennis B. von dem viertägigen Seminar „Harmlose Kraft“, geleitet von Anna Hielscher an der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Sommersemester 2026. Danke für diese Einblicke und Reflexionen!
Der Grund, warum ich mich für die Veranstaltung angemeldet habe, ist, dass ich mehr zum Thema erfahren wollte und weil ich schon einige Sachen über das Thema Achtsamkeit gelernt habe aufgrund meines Engagements bzgl. des Themas Psychotherapie bzw. Verhaltenstherapie, da man dort sehr oft an der Achtsamkeit des Patienten arbeitet.
Gleich am ersten Tag hatte ich ein gutes Gefühl von der Gruppe und von der Dozentin, Frau Anna Hielscher. Ich habe mich sicher und wohl gefühlt, man hat nicht den Eindruck bekommen, dass man unter einem Leistungsdruck steht. Wir haben eine Sicherheitsvereinbarung abgeschlossen. Diese beinhaltete Regeln zu der Veranstaltung, wie zum Beispiel, dass niemand zu irgendetwas gezwungen ist, mitzumachen, und dass sie oder er jeden Moment auch aufhören darf.
Als Nächstes erfolgte ein Kennenlernspiel mit farbigen Säckchen. Wir standen in einem Kreis und wenn wir das Säckchen werfen, müssen wir den Namen der Person sagen. Wenn man dran war, musste man seine Hände hinter den Rücken tun. Es kam dann auch noch ein weiteres Säckchen dazu, was dann in die andere Reihenfolge geworfen wurde. Meiner Meinung nach bin ich kein großer Fan solcher Kennenlernspiele, der Grund könnte meine introvertierte Persönlichkeit sein, aber gleichzeitig auch habe ich Schwierigkeiten mir Namen zu merken. Von einer Skala von 1-10 würde ich diesem Spiel eine 5/10 geben. Dies liegt nicht daran das Anna dies schlecht angeleitet hat, ganz und gar nicht sie hat es sehr gut gemacht wie jede andere Übung.
Nach dieser Vorstellungsrunde mussten wir zu jedem Buchstaben im Wort „Achtsamkeit“ ein passendes Wort finden (ein Akrostichon erstellen), bei der Vorstellung mussten wir dann mitraten. Zum Schluss haben wir dann unsere Wörter vorgestellt. Diese Übung erhält eine 8/10 denn diese Übung ist ein guter Start ins Thema gewesen. Später wurde uns dann mehr über die Theorie der Achtsamkeit gezeigt, gleichzeitig aber wurde uns auch Harmlose Kunst vorgestellt, wie in einer Vorlesung, nur entspannter und in einer kleinen Gruppe.
Bei der nächsten Übung waren wir draußen beim Rosenau-Park, hier sollten wir während eines Spazierganges auf Geräusche und Gerüche achten, wichtig war dabei das wir uns nicht verbal austauschen durften. Diese Übung hat mir gefallen, weil ich gerne an der frischen Luft bin, und an dem Tag war es schön sonnig, deshalb auch hier ein Bonuspunkt. Riechen konnte ich nichts aber gehört habe ich vieles, wie z.B., Kinder am Schreien/Spielen, Personen, die sich unterhalten haben, Jugendliche, die über Gewaltfantasien gesprochen haben. Am Ende des Spazierganges durften wir uns austauschen, hier sollten wir nur darauf achten mit einer Person zu sprechen, mit der wir uns noch nicht am selben Tag ausgetauscht haben. Die Person und ich hatten ungefähr das Gleiche wahrgenommen außer beim Riechen, denn beim Kiosk konnte sie was wahrnehmen, ich jedoch nicht. Liegt aber wahrscheinlich daran das meine Wahrnehmungspriorität eher beim Hören war. Nach dem Austausch sind wir weitergegangen und haben den Rosenau-Park verlassen, jetzt sollten wir Dreiecke finden, auch hier durften wir uns nicht austauschen. Beide dieser Outdoor-Übungen fand ich sehr gut, da ich persönlich auch gerne draußen bin und das nicht verbale austauschen mit Kommilitonen gab mir innere Entspannung. Beiden Übungen gebe ich eine 10/10.
Die Übung „Langsames Gehen“ fand ich ein bisschen irritierend, da ich erstens ungern langsam gehe und zweitens, weil Anna auch äußerst langsam gegangen ist. Man merkte auch, jeder hatte eine andere Wahrnehmung oder Definition von „langsamem Gehen“. Andere waren langsam und achteten auf jede Bewegung, während andere relativ schnelle Runden machten. In dieser Übung bemerkte ich wie ich besonders auf meinen Körper geachtet habe. Ich habe nicht viel über Dinge nachgedacht, sondern mein Fokus lag allein auf meinen Beinen und Füßen. Vielleicht könnte dies eine Entspannungsübung für den ein oder anderen sein, für mich aber nicht. Diese Übung erhält eine 2/10.
Dann wurden wir in Gruppen eingeteilt und haben uns ausgetauscht was für eine Übung wir anleiten werden. Meine Gruppenmitglieder und ich konnten schnell eine Idee finden und haben überlegt, wo und wie wir es ausführen werden. Unser Thema war eine Mischung aus darauf zu achten wie viel Müll sich im Rosenau-Park befindet und welcher Müll-Typus besonders ins Auge sticht und der Lieblingsort der Anwesenden (innerhalb des Rosenau-Parks). Der letzte Tag beinhaltete die Präsentationen bzw. Anleitungen von uns. Vor dem Beginn der ersten Anleitung haben sich alle noch vorbereitet. Meine Gruppenmitglieder und ich haben noch die letzten Details im Sechs-Schritt, einem Konzeptionsmodell der Sozialen Arbeit, festgehalten. Alle Präsentationen/Anleitungen waren äußerst gut vorbereitet und angeleitet worden, ich hatte keine Probleme teilzunehmen, auch unsere Präsentation/Anleitung hat ein gutes Feedback bekommen.
Die KÄM-Veranstaltung hat mir neue Perspektiven zum Thema Achtsamkeit und Harmlose Kraft gegeben, die ich nicht vergessen werde und dafür bin ich dankbar.
Dennis B. / Seminarteilnehmer Harmlose Kraft EVHN 2026


