In diesem Gastbeitrag berichtet die Studentin Jamila H. aus dem viertägigen Seminar „Harmlose Kraft“, geleitet von Anna Hielscher an der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Sommersemester 2026. Danke für diese Einblicke und Reflexionen!
Das Seminar ist mir besonders positiv in Erinnerung geblieben, weil ich das Gefühl habe, dass ich daraus wirklich etwas für meinen Alltag mitnehmen konnte. Eine der wichtigsten Sachen, die ich aus dem Seminar mitgenommen habe, ist, dass es wichtig ist, mehr im Moment zu leben und die Situation einfach so anzunehmen, wie sie gerade ist.
Ich habe bei mir selbst gemerkt, dass ich im Alltag oft schon sehr weit vorausdenke. Wenn ich gerade etwas mache, denke ich teilweise schon darüber nach, was ich danach noch machen muss, was in einer Stunde passiert oder was ich später zu Hause erledigen möchte. Dadurch bin ich zwar gerade an einem bestimmten Ort, aber meine Gedanken sind schon wieder ganz woanders.
Das Seminar hat mir gezeigt, dass ich dadurch manchmal gar nicht richtig wahrnehme, was gerade eigentlich passiert. Ich denke schon über die Zukunft nach, obwohl ich gar nicht weiß, wie diese Zukunft am Ende wirklich aussehen wird.
Besonders wichtig fand ich die Erkenntnis, dass ich die Zukunft sowieso nicht komplett kontrollieren kann. Natürlich kann ich planen und mir Gedanken darüber machen, was ich später machen möchte. Aber ich weiß trotzdem nie genau, was wirklich passieren wird. Es kann immer etwas dazwischenkommen oder anders laufen als geplant.
Was ich aber beeinflussen kann, ist das, was ich gerade in diesem Moment mache. Ich kann selbst entscheiden, wie ich mit einer Situation umgehe und worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Diese Erkenntnis klingt vielleicht erst einmal ganz einfach, aber für mich war sie trotzdem sehr wichtig.
Auch nach dem Seminar denke ich immer wieder daran zurück. Ich merke ungefähr alle paar Tage, dass ich wieder zu viel darüber nachdenke, was später passieren könnte. Dann versuche ich mich bewusst daran zu erinnern, dass ich die Zukunft sowieso nicht genau planen kann. Ich kann aber beeinflussen, was ich jetzt gerade mache und wie ich mich in diesem Moment verhalte.
Auch die verschiedenen Übungen im Seminar fand ich sehr gut. Mir hat gefallen, dass wir nicht nur über bestimmte Themen gesprochen haben, sondern vieles auch direkt selbst ausprobieren konnten. Dadurch konnte ich die Inhalte viel besser verstehen und habe gemerkt, wie wichtig es sein kann, sich bewusst auf den Moment zu konzentrieren.
Besonders die Übungen mit unseren Sinnen fand ich interessant. Im Alltag nehmen wir viele Dinge oft nur nebenbei wahr. Wir hören Geräusche, ohne wirklich darauf zu achten. Wir sehen etwas, schauen aber nicht genau hin. Oder wir riechen etwas, nehmen es kurz wahr und denken direkt wieder über etwas anderes nach.
Durch die Übungen wurde mir bewusst, dass es manchmal gut tun kann, sich einfach nur auf eine Sache zu konzentrieren. Zum Beispiel einmal bewusst zuzuhören und darauf zu achten, welche Geräusche ich gerade höre. Oder mich genauer umzuschauen und wirklich wahrzunehmen, was um mich herum passiert. Ich finde es auch schön, dass ich solche kleinen Übungen in meinen Alltag einbauen kann.
Wenn ich merke, dass ich gerade gestresst oder überfordert bin, kann ich kurz innehalten und mich auf meine Umgebung konzentrieren. Ich kann mich fragen, was ich gerade höre, was ich sehe oder was ich rieche. Dafür brauche ich nicht viel Zeit und kann es eigentlich überall machen.
Das Seminar hat mir gezeigt, dass Achtsamkeit für mich gar nichts Kompliziertes sein muss. Es kann schon reichen, einfach einmal kurz stehen zu bleiben und sich auf das zu konzentrieren, was gerade passiert.
Gerade wenn ich gestresst bin, hilft mir der Gedanke, dass ich nicht alles gleichzeitig erledigen muss. Ich muss nicht immer schon wissen, was als Nächstes passiert. Ich kann mich auch einfach auf das konzentrieren, was gerade vor mir liegt.

Insgesamt hat das Seminar meinen Blick auf meinen Alltag ein bisschen verändert. Ich möchte natürlich weiterhin planen und mir Gedanken über meine Zukunft machen. Gleichzeitig möchte ich aber versuchen, nicht ständig schon beim nächsten Schritt zu sein.
Meine wichtigste Erkenntnis aus dem Seminar ist deshalb, dass ich die Zukunft nicht vollständig kontrollieren kann. Was ich aber beeinflussen kann, ist mein eigenes Verhalten im Hier und Jetzt. Daran möchte ich mich auch in Zukunft immer wieder erinnern. Ich glaube, manchmal ist es einfach wichtig, nicht immer darüber nachzudenken, was als Nächstes kommt, sondern auch einmal den Moment zu genießen, in dem man gerade ist.
Jamila H. / Seminarteilnehmerin Harmlose Kraft EVHN 2026


